

Das LIFO Prinzip gehört neben dem FIFO Prinzip zu den bekanntesten Lagerstrategien. LIFO steht für „Last In, First Out“. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Was zuletzt eingelagert wurde, wird zuerst wieder entnommen. LIFO entsteht in vielen Lagern fast automatisch.
Trotzdem ist das LIFO Verfahren nicht für jede Lagerhaltung geeignet. Ältere Bestände bleiben schnell liegen, Restbestand wird übersehen und die Warenrotation leidet.
In diesem Artikel erklären wir, was das LIFO Prinzip bedeutet, für welche Lagergüter es geeignet ist, welche Vorteile und Nachteile es hat. Außerdem zeigen wir, warum Lagerstrategie, Zugriff und Lagertechnik immer gemeinsam gedacht werden sollten.
Wenn Sie sich zunächst einen breiteren Überblick verschaffen möchten, empfehlen wir unseren Beitrag zu Lagerstrategien im Vergleich.
Was ist das LIFO Prinzip?
Definition: LIFO einfach erklärt
LIFO steht für Last In, First Out. Übersetzt bedeutet das: zuletzt rein, zuerst raus. Die zuletzt eingelagerten Waren werden also zuerst wieder ausgelagert oder verbraucht.
Damit ist das LIFO Prinzip das Gegenmodell zu FIFO. Beim FIFO Prinzip, also First In, First Out, wird die zuerst eingelagerte Ware auch zuerst wieder entnommen. Bei LIFO ist es genau andersherum. Die letzte Lieferung liegt am nächsten Zugriff und wird deshalb als erste wieder verwendet.
Manchmal wird LIFO auch als First In Last Out Prinzip beschrieben. Gemeint ist damit derselbe Grundgedanke: Was zuerst eingelagert wurde, bleibt am längsten im Lager.
Abgrenzung zur Bestandsbewertung
Der Begriff LIFO wird nicht nur in der Lagerpraxis verwendet. Er taucht auch im Zusammenhang mit Bestandsbewertung, Bilanzierung und Vorratsvermögen auf.
Dort geht es um rechnerische Annahmen zu Anfangsbestand, Endbestand, Vorratsvermögen, Einkaufspreisen, Wert und Gewinn. Gerade bei schwankenden Einkaufspreisen kann die gewählte Bewertungsmethode Einfluss darauf haben, welcher Preis beziehungsweise Warenwert rechnerisch angesetzt wird. In diesem Zusammenhang wird LIFO als Bewertungsvereinfachungsverfahren betrachtet.
Für die Lagerpraxis ist diese buchhalterische Betrachtung jedoch nicht dasselbe wie die tatsächliche physische Auslagerung. Ein Unternehmen kann rechnerisch bestimmte Annahmen für Lagerbestände nutzen, während die operative Entnahme im Lager nach anderen Regeln organisiert ist.
In diesem Beitrag geht es vor allem um die praktische Anwendung im Lager und in der Lagerhaltung. Also um die Frage, welche Ware zuerst entnommen wird, welcher Zugang als erster Abgang behandelt wird, welche Bestände liegen bleiben und welche Lagerstruktur das Verfahren unterstützt.
Warum LIFO in vielen Lagern automatisch entsteht
In vielen Lagern entsteht LIFO, weil neue Ware dort platziert wird, wo gerade Platz ist oder wo sie am schnellsten abgestellt werden kann. Das ist oft vorne, oben oder direkt am Gang. Ältere Ware rutscht dadurch nach hinten, nach unten oder in weniger sichtbare Bereiche.
Besonders in Blocklagern, Stapellagern oder Lagerflächen mit einseitigem Zugriff passiert das schnell. Auch die Höhe der Lagerung spielt eine Rolle, weil Ware oben, hinten oder in tiefen Lagerbereichen oft schlechter kontrolliert werden kann. Die zuletzt eingelagerten Waren sind dann automatisch am einfachsten erreichbar. Wird ohne klare Regeln gearbeitet, greifen Mitarbeitende zur Ware, die am nächsten liegt.
Das kann praktisch sein. Es kann aber auch trügerisch sein. Nur weil LIFO bequem ist und automatisch entsteht, heißt das nicht, dass es immer strategisch richtig ist.
Einfaches Last In First Out Beispiel aus der Lagerpraxis
Ein einfaches Last In First Out Beispiel lässt sich mit Palettenware erklären. Angenommen, eine Lieferung A wird zuerst eingelagert. Einige Tage später kommt Lieferung B dazu. Wenn Lieferung B vor Lieferung A abgestellt wird, ist sie bei der nächsten Entnahme besser erreichbar.
Wird nun Ware benötigt, greift der Mitarbeitende zuerst auf Lieferung B zu. Lieferung A bleibt dahinter stehen. Genau das ist LIFO: Der letzte Zugang wird als erster Abgang behandelt.
Das gleiche Prinzip kann bei Baustoffen, Stapelware, Sackware oder bestimmten Rohstoffen entstehen. Neue Waren werden vorne oder oben abgelegt, während ältere Güter weiter hinten oder unten verbleiben. Der Grund ist oft nicht eine bewusste Lagerstrategie, sondern die einfache physische Zugriffssituation. Entscheidend ist, ob diese Reihenfolge zu den eingelagerten Produkten passt.
Wann ist LIFO sinnvoll?
Geeignete Waren und Einsatzbereiche
Das LIFO Prinzip ist vor allem für robuste, gleichartige und unempfindliche Güter geeignet. Gemeint sind Produkte, bei denen die Lagerdauer keine kritische Rolle spielt. Die Ware darf also nicht verderben, nicht technisch veralten und nicht durch längeres Liegen an Qualität verlieren.
Typische Voraussetzungen sind:
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kein Verfallsdatum
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keine relevante Alterung
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keine strengen Chargenanforderungen
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keine empfindliche Oberfläche
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keine hohe Wertminderung über die Zeit
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gleichartige Produkte mit vergleichbarer Qualität
In solchen Fällen kann LIFO den Lageralltag vereinfachen. Wenn es für die Ware keinen Unterschied macht, ob ein älterer oder neuerer Bestand zuerst entnommen wird, kann der schnelle Zugriff auf die zuletzt eingelagerte Menge ein echter Vorteil sein.
Viele Unternehmen wählen LIFO aus pragmatischen Gründen. Zum Beispiel, weil Lagerplätze nur von einer Seite zugänglich sind oder weil Prozesse bewusst einfach gehalten werden sollen.
Wer LIFO nutzt, sollte trotzdem wissen, welche Bestände länger liegen und wie groß der Restbestand ist.
Wichtig bleibt dennoch: Auch robuste Güter brauchen Kontrolle. LIFO bedeutet nicht, dass ältere Lagerbestände dauerhaft ignoriert werden dürfen.
Konkrete Praxisbeispiele für LIFO
Typische Beispiele für ein LIFO Lager finden sich dort, wo große Mengen gleichartiger und lagerfester Waren bewegt werden. Entscheidend ist immer, dass die Produkte austauschbar sind, nicht verderben und keine kritische Reihenfolge bei der Auslagerung benötigen.
Die folgenden Beispiele zeigen, in welchen konkreten Lagersituationen LIFO praktikabel sein kann:
Baustofflager mit Schüttgütern
Ein typisches Beispiel ist ein Baustofflager mit Schüttgütern wie Sand, Kies, aber auch Ziegelstapel oder Pflastersteine auf Paletten. Voraussetzung ist, dass die Produkte trocken und geschützt aufbewahrt werden.
Hier kann das System funktionieren, wenn die Ware regelmäßig umgeschlagen wird.
Blocklager für robuste Industriegüter
Ein weiteres Beispiel ist ein Blocklager für robuste, gleichartige Industriegüter. Dazu können etwa Metallprofile, Kunststoffgranulat in Big Bags oder standardisierte Verpackungsmaterialien wie Kartonagen oder Folienrollen auf Paletten gehören.
Wenn die Ware sortenrein gelagert wird und keine relevante Alterung oder Chargenpflicht besteht, kann LIFO den Zugriff vereinfachen.
Lager für einfache Betriebsmittel und austauschbare Ersatzteile
Auch in einem Lager für saisonunabhängige Ersatzteile oder einfache Betriebsmittel kann LIFO praktikabel sein. Beispiele sind identische Leerbehälter, stabile Transportkisten oder unempfindliche Verbrauchsmaterialien ohne Verfallsdatum.
Voraussetzung ist, dass die Artikel austauschbar sind und Restbestände regelmäßig geprüft werden.
Wichtig: LIFO nie pauschal anwenden
Nicht jeder Baustoff, nicht jeder Rohstoff und nicht jede Palette ist automatisch LIFO geeignet. Wenn Feuchtigkeit, Beschädigung, Verpackungszustand, Chargen oder gesetzliche Anforderungen eine Rolle spielen, muss genauer geprüft werden.
LIFO ist also vor allem dann sinnvoll, wenn Ware lagerfest und unkritisch ist. Bei sensiblen Produkten sollte dagegen geprüft werden, ob FIFO die bessere Lagerstrategie ist.
Wann ist LIFO nicht sinnvoll?
Verderbliche, sensible oder alternde Produkte
Für verderbliche, sensible oder alternde Produkte ist LIFO in der Regel nicht sinnvoll. Das betrifft zum Beispiel Lebensmittel, Pharmaartikel, Kosmetik, Chemieprodukte mit Haltbarkeitsdatum oder andere Waren mit Verfallsdatum.
Auch Saisonartikel sind kritisch. Wenn ältere Bestände nach einer Saison übrig bleiben und immer wieder von neuer Ware überlagert werden, können unverkäufliche Restbestände entstehen. Das gleiche gilt für technische Produkte, die durch neue Modelle, geänderte Normen oder veraltete Spezifikationen an Wert verlieren.
Problematisch ist LIFO außerdem bei Gütern mit Chargenpflicht oder Rückverfolgbarkeit. Wenn genau nachvollziehbar sein muss, welche Charge wann eingelagert und wann ausgelagert wurde, reicht LIFO nicht aus. Dann braucht es strengere Regeln in der Lagerverwaltung.
In solchen Fällen ist LIFO meistens zu riskant. Die Methode kann dazu führen, dass ältere Waren zu lange liegen bleiben und erst bemerkt werden, wenn bereits Qualitätsprobleme entstanden sind.
Hier passt das FIFO Prinzip besser. Die zuerst eingelagerte Ware wird zuerst wieder entnommen. Dieses Verfahren unterstützt eine gleichmäßige Warenrotation und reduziert das Risiko, dass ältere Produkte im Lager vergessen werden.
Mehr dazu lesen Sie im eigenen Ratgeber zum FIFO Prinzip.
Risiko von Altbeständen und schlechter Warenrotation
Der größte Nachteil des LIFO Prinzips ist die Gefahr von Altbeständen. Wenn immer die zuletzt eingelagerte Ware zuerst entnommen wird, bleiben ältere Bestände im Lager zurück.
Das kann lange unauffällig bleiben. Die vorderen Paletten, Gebinde oder Kartons werden regelmäßig bewegt. Dahinter oder darunter können sich aber ältere Lagerbestände sammeln, die kaum noch beachtet werden.
Die Folgen können am Ende erheblich sein:
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schlechtere Warenrotation
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überalterter Restbestand
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beschädigte oder verschmutzte Ware
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gebundenes Kapital
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Schwund oder Qualitätsverlust
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unnötige Kosten durch spätere Entsorgung
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ungenaue Einschätzung von Anfangsbestand und Endbestand
Besonders kritisch wird es, wenn die Lagerverwaltung nicht sauber gepflegt wird. Dann ist zwar eine Menge im System vorhanden, aber niemand erkennt rechtzeitig, dass ein Teil davon schon zu lange liegt.
LIFO funktioniert deshalb nur, wenn Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Sichtkontrollen, Inventur, klare Lagerkennzeichnung und eine saubere Dokumentation bleiben auch bei einfachen Verfahren wichtig.
Vertiefende Hinweise dazu finden Sie im Beitrag zur Bestandsverwaltung.
Vorteile und Nachteile des LIFO Prinzips
Vorteile von LIFO
Das LIFO Prinzip kann in passenden Lagerstrukturen sehr praktisch sein. Der größte Vorteil liegt in der einfachen Entnahme, ohne zusätzliche Umlagerung.
Dadurch lassen sich Wege verkürzen und interne Bewegungen reduzieren.
Ein weiterer Vorteil ist der geringe organisatorische Aufwand. Während FIFO und FEFO klare Rotationsregeln und oft eine strengere Lagerführung erfordern, kann LIFO in einfachen Strukturen unkomplizierter umgesetzt werden.
Nachteile von LIFO
Die Nachteile des LIFO Verfahrens entstehen vor allem durch die schlechte Rotation älterer Bestände. Wenn neue Ware immer wieder vorne eingelagert und zuerst entnommen wird, bleiben ältere Produkte im Hintergrund.
Hinzu kommt: LIFO kann bei wachsendem Sortiment schnell unübersichtlich werden. Solange nur wenige gleichartige Güter gelagert werden, ist die Methode einfach. Sobald mehr Varianten, Chargen, Qualitäten oder Kundenanforderungen hinzukommen, steigt die Fehlergefahr.
Vor- und Nachteile in der Übersicht
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LIFO Vorteile |
LIFO Nachteile |
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✓ Einfache Entnahme der Ware |
✗ Ältere Bestände bleiben länger liegen |
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✓ Weniger Umräumaufwand |
✗ Schlechtere Warenrotation |
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✓ Kurze und logische Zugriffswege |
✗ Ungeeignet für verderbliche Produkte |
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✓ Geringerer organisatorischer Aufwand |
✗ Risiko von Restbestand und Überalterung |
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✓ Einfache Anwendung im Lageralltag |
✗ Kann bei wachsender Komplexität ineffizient werden |
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✓ Kann Wege und interne Bewegungen reduzieren |
✗ Problematisch bei Chargen und Verfallsdatum |
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✓ Mögliche Zeitersparnisse |
✗ Erfordert regelmäßige Kontrolle |
Welche Lagerstruktur unterstützt das LIFO Prinzip?
Wenn LIFO grundsätzlich zu Ihren Prozessen und Waren passt, dann geht es im nächsten Schritt um die praktische Umsetzung: Wir zeigen, welche Lagerstruktur, welche Zugriffsrichtung und welche Lagerregale das Prinzip im Alltag am besten unterstützen.
Lagerstruktur und Strategie gemeinsam denken
Lagerstrategie und Lagertechnik werden in der Praxis oft getrennt betrachtet. Das ist ein Fehler. Denn Regale, Lagerflächen und Zugriffsmöglichkeiten bestimmen stark, welches Verfahren im Alltag tatsächlich funktioniert.
Wenn ein Lager nach LIFO funktioniert, die Ware aber eine regelmäßige Rotation braucht, entstehen Probleme.
Eine Strategie ist nur dann gut, wenn sie im Alltag einfach, sicher und zuverlässig umgesetzt werden kann.
Wenn ein Lager neu geplant wird, lohnt sich deshalb auch ein Blick auf die wichtigsten Schritte zur Ersteinrichtung eines Lagers.
Warum der Zugriff entscheidend ist
Ob LIFO funktioniert, hängt stark vom Zugriff ab. Einlagerungs- und Entnahmerichtung spielen hier eine zentrale Rolle.
Wenn Ware von derselben Seite eingelagert und entnommen wird, entsteht LIFO quasi von allein. Die letzte Palette steht vorne. Das zuletzt abgelegte Gebinde liegt oben. Die neueste Menge befindet sich dort, wo Mitarbeitende am einfachsten zugreifen können.
LIFO ist also nicht nur eine Frage der Methode, sondern auch eine Frage der Lagergestaltung. Regale, Lagerplätze, Gangbreiten, Stapelhöhe und Warenfluss beeinflussen direkt, welche Lagerstrategie im Alltag tatsächlich gelebt wird.
Sie sollten prüfen, ob Ihre Lagerstruktur dieses Verfahren überhaupt unterstützt.
Lagerformen, Regalsysteme und Produkte, die LIFO unterstützen
Für das LIFO Verfahren müssen Sie nicht zwingend spezielle Regalsysteme anschaffen. Häufig lässt sich die Methode mit bestehenden Lagerlösungen umsetzen, wenn Zugriff, Warenfluss und Bestandskontrolle sinnvoll organisiert sind. Das kann helfen, Kosten gering zu halten und vorhandene Lagerausstattung weiter zu nutzen. Welche Grundausstattung in vielen Lagern sinnvoll ist, erklären wir im Beitrag zur Lagerausstattung.
Entscheidend ist, ob sie die gewünschte Einlagerungs- und Entnahmerichtung im Alltag wirklich unterstützen.
Regalsysteme für kleinere und mittlere Güter
Bei kleineren, handlich entnehmbaren Gütern können Fachbodenregale eine praktische Lösung sein. Neue Ware wird vorne auf dem Fachboden platziert und bei der nächsten Entnahme zuerst wieder herausgenommen. Zum Beispiel bei unempfindlichen Ersatzteilen, Betriebsmittel, Verpackungsmaterial oder gleichartige Kleinteile in Kartons.
Eine klare Beschriftung der Lagerplätze hilft dabei, Bestände im Blick zu behalten.
Schwerlastregale und Palettenregale für größere Einheiten
Für schwerere oder großvolumige Waren kommen je nach Lagergut auch Schwerlastregale, Weitspannregale oder Palettenregale infrage. Sie eignen sich besonders, wenn robuste Güter auf Paletten, in Gebinden oder größeren Einheiten gelagert werden.
Typische Beispiele sind lagerfeste Baustoffe, robuste Industriegüter oder gleichartige Palettenware ohne Verfallsdatum.
Einschubregale und Einfahrregale bei Palettenlagerung
Auch Einschubregale und Einfahrregale begünstigen eine Last In First Out Struktur. Bei Einfahrregalen werden Paletten hintereinander in Kanälen gelagert. Die zuletzt eingestellte Palette steht im Zugriff und wird in der Regel zuerst wieder entnommen.
Einschubregale, oft auch Push-Back-Regale genannt, sind dynamische Kompaktlagersysteme für Paletten, bei denen mehrere Paletten auf geneigten Schienen in der Tiefe gelagert werden und die neu eingelagerte Palette die bestehenden Paletten nach hinten schiebt.
Solche Systeme sind vor allem dann interessant, wenn größere Mengen gleichartiger Güter platzsparend gelagert werden sollen.
Lagerbehälter und Kisten für übersichtliche Bestände
Ergänzend helfen Lagerbehälter und Kisten, Bestände übersichtlich zu bündeln. Sie können zum Beispiel für Kleinteile, Verbrauchsmaterialien oder sortenreine Artikel genutzt werden.
Auch hier gilt: Wenn neue Behälter vorne stehen und zuerst entnommen werden, entsteht schnell LIFO. Deshalb sollten Behälter eindeutig gekennzeichnet und ältere Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Das ist besonders wichtig, wenn optisch ähnliche Artikel gelagert werden.
Hubwagen, Lagerwagen und Transportmittel für sichere Auslagerung
Für die praktische Auslagerung sind außerdem passende Transportmittel wichtig. Hubwagen, Lagerwagen und innerbetriebliche Transportmittel erleichtern es, Paletten, Behälter oder schwere Güter sicher zu bewegen.
Gerade bei LIFO hilft eine klare Entnahmerichtung, damit Mitarbeitende nicht unnötig umlagern müssen und trotzdem sicher arbeiten können.
Wichtig: Lagertechnik immer passend zum Lagergut wählen
LIFO wird vor allem durch Lagerstrukturen begünstigt, bei denen der Zugriff nur von einer Seite erfolgt. Entscheidend ist immer die Kombination aus Lagergut, Zugriff, Menge, Umschlagshäufigkeit, Sicherheit und gewünschter Auslagerung.
Wenn Transportmittel, Regalzugriff und Lagerplätze zusammenpassen, lässt sich das Verfahren sehr einfach im Alltag umsetzen.
Wo die Methode in der Praxis an Grenzen stößt
LIFO stößt dort an Grenzen, wo ältere Ware schlecht sichtbar wird oder die Bestandskontrolle leidet. Je höher, tiefer oder dichter Waren gelagert werden, desto schwieriger wird es, ältere Bestände im Blick zu behalten.
Auch ein wachsendes Sortiment kann zum Problem werden. Wenn immer mehr Produkte, Varianten, Chargen oder Qualitäten gelagert werden, reicht eine einfache Zugrifflogik oft nicht mehr aus. Dann braucht es komplexere Regeln und eine genauere Lagerverwaltung.
Ein gutes Lagerverfahren ist nicht das Verfahren, das kurzfristig am bequemsten ist. Es ist das Verfahren, das dauerhaft zu Ware, Prozessen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit passt.
Fazit: LIFO ist sinnvoll, wenn Lagergut und Lagerstruktur dazu passen
Das LIFO Prinzip kann in bestimmten Lagern eine pragmatische und sinnvolle Lösung sein. Besonders geeignet ist es für unkritische Güter, bei denen die Lagerdauer keine entscheidende Rolle spielt.
Der große Vorteil liegt im einfachen Zugriff. Das spart Zeit und kann Prozesse vereinfachen. Für verderbliche, sensible, saisonale oder wertkritische Produkte ist die Methode meist nicht geeignet. Auch bei Chargen, Verfallsdatum oder Rückverfolgbarkeit sollten Unternehmen vorsichtig sein.
Eine gute Lagerstrategie ergibt sich immer aus mehreren Faktoren: Ware, Zugriff, Prozesse, Lagerverwaltung, Sicherheit und Lagertechnik. Wer LIFO bewusst einsetzt und regelmäßig kontrolliert, kann davon profitieren.
Wer LIFO nur nutzt, weil es bequem ist, riskiert Altbestände, schlechte Warenrotation und unnötige Kosten. Prüfen Sie deshalb genau, ob die gewählte Lagerstrategie wirklich zu Ihrem Lager, Ihren Waren und Ihren Prozessen passt und ziehen Sie bei Unsicherheit eine fachliche Beratung zur Unterstützung in Erwägung.
Wie Begra Lagertechnik bei der Wahl der passenden Lagerstrategie unterstützt
Begra Lagertechnik betrachtet Lager prozessorientiert. Denn ein Regalsystem ist nur dann wirklich passend, wenn es zur Ware, zur Menge, zum Zugriff und zur gewünschten Lagerstrategie passt.
Ob LIFO, FIFO oder FEFO, hängt immer vom konkreten Lager ab. Unterschiedliche Waren, Lagerflächen, Sicherheitsanforderungen und Abläufe verlangen unterschiedliche Lösungen. Deshalb ist es wichtig, Lagertechnik und Lagerstrategie gemeinsam zu planen.
Begra unterstützt Sie bei der Auswahl passender Lagerlösungen. Dazu gehören unter anderem Fachbodenregale, Schwerlastregale, Palettenregale und viele weitere Lösungen für Lager, Werkstatt und Betrieb. Auch gebrauchte Regale spielen eine wichtige Rolle, wenn eine wirtschaftliche und nachhaltige Lösung gesucht wird.
Wenn Sie unsicher sind, welche Lagerstrategie zu Ihren Waren, Prozessen und Regalsystemen passt, unterstützt Begra Lagertechnik Sie gerne mit einer unverbindlichen Beratung.
Gemeinsam lässt sich prüfen, welche Lösung Ihr Lager sicherer, strukturierter und effizienter macht.


