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FIFO Prinzip erklärt: So funktioniert First In First Out im Lager

8. Juni 2026
FIFO Prinzip im Lager. First in first out StrategieFIFO Prinzip im Lager. First in first out Strategie

 

Das FIFO Prinzip ist eine der bekanntesten Methoden in der Lagerhaltung.

Für viele Unternehmen ist dieses Prinzip wichtig, weil es Ordnung in den Lagerbestand bringt. Ältere Bestände bleiben nicht unnötig liegen. Produkte werden in einer nachvollziehbaren Reihenfolge bewegt. Das senkt das Risiko von veralteten, beschädigten oder unverkäuflichen Waren.

Dieser Artikel erklärt, was das FIFO Prinzip bedeutet, wie es in der Praxis funktioniert und wann FIFO im Vergleich zu LIFO, FEFO, HIFO oder LOFO sinnvoll ist. Er vertieft das Thema aus unserem übergeordneten Ratgeber zu Lagerstrategien im Vergleich und zeigt, wie Unternehmen das Prinzip praktisch im Lager umsetzen können.

Was ist das FIFO Prinzip?

FIFO in einem Satz

Kurz gesagt: FIFO steht für First In First Out – Was zuerst ins Lager kommt, verlässt das Lager auch zuerst.

FIFO sorgt dafür, dass eingelagerte Produkte nicht zu lange liegen bleiben und der Lagerbestand in einer sinnvollen Reihenfolge bewegt wird.

FIFO Definition erklärt

Das FIFO Prinzip beschreibt eine bestimmte Reihenfolge bei der Entnahme von Beständen. Die Abkürzung FIFO steht für First In First Out. Übersetzt bedeutet das: zuerst rein, zuerst raus.

In der Lagerhaltung heißt das: Die Güter, die zuerst eingelagert wurden, werden auch zuerst wieder ausgelagert. Der erste Zugang im Lager ist also auch der erste Abgang. Neue Ware wird hinter oder nach der älteren Ware einsortiert, sodass die älteren Bestände zuerst verbraucht, verkauft oder weiterverarbeitet werden. Gerade bei Gütern mit Haltbarkeit, Chargen, Saisonbezug oder regelmäßigem Warenumschlag kann das FIFO Verfahren eine sinnvolle Lagerstrategie sein. Es hilft dabei, Vorräte besser zu kontrollieren, Prozesse zu vereinfachen und Verluste zu vermeiden. Gleichzeitig ist FIFO nicht automatisch für jedes Lager die beste Lösung. Entscheidend ist, ob Produkte, Lagerstruktur, Entnahmewege und Regalsysteme zusammenpassen.

FIFO kann sowohl eine praktische Lagerstrategie als auch ein Begriff aus der Bestandsbewertung sein. In der Lagerpraxis geht es um die tatsächliche Reihenfolge von Einlagerung und Entnahme. In der Buchhaltung oder Bewertung von Vorräten beschreibt FIFO ein Verbrauchsfolgeverfahren, bei dem angenommen wird, dass zuerst angeschaffte Vermögensgegenstände zuerst verbraucht oder verkauft werden.

FIFO Prinzip Beispiel aus der Lagerpraxis

Ein einfaches FIFO Beispiel: Ein Unternehmen lagert am Montag 100 Kartons eines Produkts ein. Am Mittwoch kommen weitere 100 Kartons desselben Produkts hinzu. Wenn am Freitag 80 Kartons entnommen werden, stammen diese nach dem FIFO Prinzip aus der Lieferung vom Montag. Die jüngere Lieferung vom Mittwoch bleibt zunächst im Lager.

Die Grundidee ist also sehr leicht verständlich. Trotzdem braucht die Anwendung im Alltag klare Prozesse. Mitarbeitende müssen wissen, welche Bestände zuerst entnommen werden. Lagerplätze müssen eindeutig gekennzeichnet sein. Außerdem muss die Lagerstruktur so aufgebaut sein, dass ältere Ware nicht durch neuere Ware blockiert wird.

Wie funktioniert das FIFO Prinzip?

Damit das FIFO Verfahren im Lager funktioniert, müssen Wareneingang, Lagerplatz und Entnahme klar aufeinander abgestimmt sein. Es reicht nicht, FIFO nur als Regel festzulegen. Die Methode muss im täglichen Ablauf einfach umsetzbar sein.

Die richtige Reihenfolge von Einlagerung und Entnahme

Am Anfang steht der Wareneingang. Neue Produkte werden erfasst und einem Lagerplatz zugeordnet. Dabei können Datum, Charge, Mindesthaltbarkeit, Artikelnummer oder Einkaufspreis eine Rolle spielen. Wichtig ist, dass später eindeutig erkennbar ist, welche Bestände zuerst eingelagert wurden.

Danach wird die Ware so platziert, dass die älteren Bestände zuerst erreichbar bleiben. Bei manchen Lagerformen geschieht das technisch durch die Regalart. Bei anderen Lagern muss die Reihenfolge organisatorisch sichergestellt werden. Entscheidend ist, dass Mitarbeitende beim Kommissionieren nicht lange suchen müssen und nicht aus Versehen neue Ware vor älterer Ware entnehmen.

Ein typischer Fehler entsteht, wenn neue Ware einfach vor die alte Ware gestellt wird. Dann ist die jüngere Lieferung leichter erreichbar. In der Praxis wird sie zuerst entnommen, obwohl eigentlich die ältere Ware dran wäre. So entstehen unnötige Restbestände, veraltete Produkte oder schwer nachvollziehbare Lagerbewegungen.

Die Rolle von Lagerstruktur, Kennzeichnung und Regaltechnik bei FIFO

Eine gute Lagerkennzeichnung ist ein wichtiger Bestandteil von FIFO. Regalfächer, Palettenplätze, Behälter und Lagerzonen sollten eindeutig beschriftet sein. Zusätzlich helfen klare Regeln für Einlagerung und Entnahme. Je einfacher die Reihenfolge im Alltag erkennbar ist, desto zuverlässiger funktioniert das Prinzip.

Wichtig ist: FIFO ist nicht nur eine Frage der Methode, sondern auch der Lagergestaltung.

Wenn ältere Bestände schlecht erreichbar sind, wird das Prinzip im Alltag schnell umgangen. Wenn die Lagerstruktur dagegen logisch aufgebaut ist, kann FIFO Wege verkürzen, Suchzeiten reduzieren und die Bestandskontrolle verbessern.

Auch die passenden Lagerregale spielen eine große Rolle. Nur wenn Lagerplätze sauber geplant und Zugänge konsequent dokumentiert werden, lässt sich das Verfahren gut anwenden.

Einen Überblick über die wichtigsten Regalarten finden Sie in unserem Ratgeber Lagertechnik einfach erklärt: Die wichtigsten Regalsysteme.

Wann ist FIFO sinnvoll und wann eher nicht?

Typische Anwendungsbereiche für FIFO

Das FIFO Prinzip ist besonders sinnvoll, wenn Produkte altern, verderben, an Wert verlieren oder in einer festen Reihenfolge verarbeitet werden müssen. In solchen Fällen verhindert FIFO, dass ältere Bestände zu lange im Lager bleiben.

Typische Anwendungsbereiche sind

  • Lebensmittel & Getränke

  • Kosmetik

  • Pharmaartikel

  • Farben und Chemikalien

  • Verpackungsmaterialien

  • Bauteile mit Chargenverfolgung

  • Saisonale Produkte

  • Ersatzteile oder Modelle mit regelmäßigen Änderungen

  • Empfindliche Güter

Vorteile des FIFO Prinzips

 Zu den wichtigsten Vorteilen des FIFO Prinzips gehören eine bessere Warenrotation, ein geringeres Risiko veralteter Bestände und weniger Verderb, Schwund oder Qualitätsverlust bei empfindlichen Gütern. 

Gleichzeitig verbessert FIFO die Übersicht über Vorräte und Lagerbestand, erleichtert die Chargenverfolgung und macht die Reihenfolge von Zugang und Abgang nachvollziehbarer. Dadurch lassen sich Bestände besser planen und die Lagerhaltung wirkt insgesamt strukturierter.

Nachteile des FIFO Prinzips

Mögliche Nachteile des FIFO Prinzips liegen vor allem im höheren Organisationsaufwand. Lagerplätze müssen sauber gepflegt, Bestände klar gekennzeichnet und Entnahmeregeln konsequent eingehalten werden. 

Außerdem braucht FIFO je nach Lageraufbau mehr Platz, weil ältere Ware jederzeit gut erreichbar bleiben muss. In den meisten Fällen sind deshalb passende Regalsysteme oder angepasste Lagerstrukturen notwendig, damit das Prinzip im Alltag zuverlässig funktioniert.

Vor- und Nachteile des FIFO-Prinzips im Überblick

Vorteile des FIFO Prinzips

Nachteile des FIFO Prinzips

✓ Bessere Warenrotation

✗ Höherer Organisationsaufwand

✓ Geringeres Risiko veralteter Bestände

✗ Saubere Pflege der Lagerplätze notwendig

✓ Weniger Verderb, Schwund und Qualitätsverlust bei empfindlichen Gütern

✗ Konsequente Anwendung durch Mitarbeitende erforderlich

✓ Bessere Übersicht über Vorräte und Lagerbestand

✗ Passende Kennzeichnung und klare Entnahmeregeln sind notwendig

✓ Leichtere Chargenverfolgung bei Produkten mit Rückverfolgbarkeit

✗ Teilweise mehr Platzbedarf im Lager

✓ Nachvollziehbare Reihenfolge bei Zugang und Abgang

✗ Ältere Ware muss jederzeit gut erreichbar bleiben

✓ Bessere Planbarkeit im Lager 

✗ Passende Regalsysteme oder angepasste Lagerstrukturen erforderlich

Fazit: Wann ist FIFO sinnvoll?

Mit FIFO wird die Verbrauchsfolge besser gesteuert, denn ältere Bestände verlassen das Lager zuerst. Ein gutes Beispiel sind verderbliche Produkte. Wenn neue Ware ständig vor alte Ware gestellt wird, kann die ältere Ware ablaufen oder beschädigt werden. Das führt zu Verlusten, zusätzlichem Aufwand und im schlimmsten Fall zu Qualitätsproblemen.

Auch bei Produkten ohne klassisches Verfallsdatum kann FIFO sinnvoll sein. Viele Güter verlieren mit der Zeit an Wert. Verpackungen können beschädigt werden. Artikel können technisch überholt sein. Saisonware wird nach einer bestimmten Periode schwerer verkäuflich. In solchen Fällen hilft FIFO, den Lagerbestand aktuell zu halten.

Bei unempfindlichen Gütern ohne Haltbarkeit, Wertverlust oder Chargenlogik kann FIFO weniger wichtig sein. Wenn Produkte identisch sind, nicht altern und sehr schnell umgeschlagen werden, reicht manchmal eine einfachere Lagerstrategie. Auch bei Stapelware oder Schüttgütern kann LIFO in bestimmten Fällen praktischer sein, weil die zuletzt eingelagerte Ware am leichtesten zugänglich ist.

Ob FIFO sinnvoll ist, hängt also stark vom Lagergut ab. Unternehmen sollten prüfen, wie wichtig Haltbarkeit, Wert, Qualität, Zugriffshäufigkeit und Entnahmereihenfolge sind. Erst dann lässt sich entscheiden, ob FIFO die passende Methode ist.

Fragen-Checkliste für das FIFO Prinzip

Unternehmen sollten vor der Umstellung auf FIFO prüfen:

  • Welche Produkte müssen zuerst entnommen werden?

  • Gibt es Haltbarkeiten, Chargen oder Qualitätsrisiken?

  • Wie schnell drehen sich die Bestände?

  • Welche Lagerplätze sind für ältere Ware gut erreichbar?

  • Welche Wege entstehen bei Einlagerung und Entnahme?

  • Unterstützt das aktuelle Regalsystem die gewünschte Reihenfolge?

  • Brauchen Mitarbeitende zusätzliche Kennzeichnung oder klare Arbeitsanweisungen?

Wer diese Fragen beantwortet, kann besser einschätzen, ob FIFO im eigenen Lager sinnvoll ist und welche Anpassungen notwendig sind.

FIFO, LIFO und andere Prinzipien im Vergleich

Wer sich mit Lagerstrategien beschäftigt, stößt schnell auf weitere Verfahren. Besonders häufig werden FIFO und LIFO miteinander verglichen. Dazu kommen FEFO, HIFO und LOFO. Diese Begriffe klingen ähnlich, haben aber unterschiedliche Ziele.

FIFO oder LIFO: Wann passt welches Prinzip?

FIFO bedeutet First In First Out. Die zuerst eingelagerten Bestände werden zuerst entnommen. Diese Methode eignet sich vor allem für Produkte, die altern, verderben oder in einer nachvollziehbaren Reihenfolge bewegt werden müssen.

LIFO bedeutet genau das Gegenteil: Last In First Out.

Hier wird die zuletzt eingelagerte Ware zuerst entnommen. Das kann sinnvoll sein, wenn die zuletzt eingelagerten Güter am leichtesten erreichbar sind und keine relevanten Nachteile durch längere Lagerung und älterer Bestände entstehen. In der Praxis kann LIFO zum Beispiel bei bestimmten Schüttgütern, Baustoffen oder nicht verderblichen Waren vorkommen.

Die Frage „Wann FIFO und wann LIFO?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. FIFO ist meist sinnvoll, wenn Qualität, Haltbarkeit, Chargen oder Warenrotation wichtig sind. LIFO kann praktischer sein, wenn das Lagergut unempfindlich ist und die Lagerstruktur den Zugriff auf die zuletzt eingelagerte Ware erleichtert.

FIFO und FEFO: Der wichtige Unterschied

FEFO steht für First Expired First Out. Hier wird nicht der älteste Zugang zuerst entnommen, sondern das Produkt mit dem frühesten Ablaufdatum. Das ist besonders wichtig bei Lebensmitteln, Medizinprodukten, Kosmetik oder anderen Waren mit Mindesthaltbarkeitsdatum. Das ähnelt dem FIFO Prinzip und FIFO kann zu diesem Zweck auch angewendet werden, aber wenn zwei Lieferungen unterschiedliche Verfallsdaten haben, kann FEFO trotzdem genauer sein als FIFO.

Ein Beispiel: Eine Lieferung kam zuerst ins Lager, ist aber länger haltbar als eine spätere Lieferung. Nach FIFO würde die ältere Lieferung zuerst entnommen. Nach FEFO würde die Ware mit dem früheren Ablaufdatum zuerst entnommen. Für verderbliche Produkte ist FEFO deshalb oft die präzisere Methode.

HIFO und LOFO kurz erklärt

HIFO bedeutet Highest In First Out. Dabei wird unterstellt, dass die Bestände mit dem höchsten Wert zuerst verbraucht oder verkauft werden. LOFO bedeutet Lowest In First Out. Hier wird angenommen, dass die Bestände mit dem niedrigsten Wert zuerst abgehen. Diese Verfahren spielen in der praktischen Lagerhaltung meist eine geringere Rolle. Sie sind eher aus Bewertung, Theorie oder Finanzkontexten bekannt, etwa bei Wertpapieren, Aktien oder rechnerischen Bestandsbetrachtungen.

Für Unternehmen mit physischem Lager sind vor allem FIFO, LIFO und FEFO relevant. HIFO und LOFO sollten bekannt sein, stehen aber selten im Mittelpunkt der täglichen Lagerorganisation.

Kurze Entscheidungshilfe: Welche Lagerstrategie passt?

Als einfache Entscheidungshilfe gilt:

  • FIFO passt zu alternden, empfindlichen oder regelmäßig rotierenden Produkten.

  • FEFO passt zu Waren mit klaren Verfallsdaten.

  • LIFO kann bei unempfindlichen Gütern sinnvoll sein.

  • HIFO und LOFO sind eher für Bewertungsfragen als für die operative Lagerhaltung relevant.

Wenn Sie verschiedene Lagerstrategien systematisch vergleichen möchten, lohnt sich zusätzlich ein Blick in unseren Hauptartikel zu Lagerstrategien im Vergleich. Dort werden die wichtigsten Methoden im größeren Zusammenhang eingeordnet. 

Ergänzend kann unser Beitrag zur Lageroptimierung und Effizienzsteigerung im Lager helfen, FIFO nicht nur als Methode, sondern als Teil eines effizienteren Gesamtablaufs zu betrachten.

FIFO in der Bestandsbewertung: Was Unternehmen wissen sollten

FIFO als Verbrauchsfolgeverfahren

Das FIFO Prinzip wird nicht nur in der Lagerpraxis verwendet. Es spielt auch in der Bestandsbewertung eine Rolle. Dort gehört FIFO zu den sogenannten Verbrauchsfolgeverfahren beziehungsweise Bewertungsvereinfachungsverfahren nach § 256 HGB.

In der Bewertung von Vorräten wird nicht immer jede einzelne Ware exakt ihrem ursprünglichen Einkaufspreis zugeordnet. Stattdessen kann unter bestimmten Bedingungen eine Verbrauchsfolge angenommen werden. Beim FIFO Verfahren wird rechnerisch unterstellt, dass zuerst angeschaffte oder hergestellte Güter zuerst verbraucht oder verkauft werden.

Das wirkt sich auf den Wert des Abgangs und auf den Endbestand aus. Besonders relevant wird das, wenn sich Einkaufspreise innerhalb einer Periode verändern.

Vereinfachtes FIFO Berechnungsbeispiel

Ein vereinfachtes Beispiel:

Ein Unternehmen hat zu Beginn einer Periode einen Anfangsbestand von 100 Stück zu einem Einkaufspreis von 10 Euro pro Stück. Später folgt ein Zugang von 100 Stück zu 12 Euro pro Stück. Insgesamt sind also 200 Stück im Lager. Davon werden 120 Stück verkauft oder verbraucht.

Nach dem FIFO Verfahren wird angenommen, dass zuerst die 100 Stück aus dem Anfangsbestand zu 10 Euro abgehen. Danach werden weitere 20 Stück aus dem späteren Zugang zu 12 Euro als Abgang bewertet.

Die Berechnung des Abgangs sieht vereinfacht so aus:

100 Stück mal 10 Euro gleich 1.000 Euro
20 Stück mal 12 Euro gleich 240 Euro
Wert des Abgangs gleich 1.240 Euro

Der Endbestand besteht danach aus 80 Stück des späteren Zugangs zu 12 Euro. Der Wert des Endbestands beträgt also 960 Euro.

Dieses Beispiel zeigt: FIFO beeinflusst, welcher Wert dem Verbrauch, dem Abgang und dem verbleibenden Lagerbestand zugerechnet wird. Bei steigenden Einkaufspreisen führt FIFO häufig dazu, dass ältere und günstigere Bestände zuerst als Aufwand berücksichtigt werden, während der Endbestand eher zu neueren und höheren Preisen bewertet wird. Das kann Auswirkungen auf Gewinne und Bilanzwerte haben.

Warum ist FIFO steuerrechtlich nicht erlaubt?

Eine häufige Frage lautet: Warum ist FIFO steuerrechtlich nicht erlaubt?

Wichtig ist die genaue Unterscheidung. In der tatsächlichen Lagerhaltung ist FIFO natürlich erlaubt. Unternehmen dürfen ihr Lager nach dem FIFO Prinzip organisieren, wenn das für ihre Produkte und Prozesse sinnvoll ist.

Die Einschränkung betrifft die steuerliche Bewertung von Vorratsvermögen. Handelsrechtlich kann FIFO als Bewertungsvereinfachungsverfahren unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein. Steuerrechtlich ist in Deutschland für die Bewertung gleichartiger Vorräte grundsätzlich die LIFO Methode vorgesehen. Andere unterstellte Verbrauchsfolgen wie FIFO sind laut steuerlicher Behandlung von Verbrauchsfolgeverfahren nicht ohne Weiteres zulässig.

Für die Praxis bedeutet das: Ein Unternehmen kann physisch nach FIFO arbeiten, muss aber für steuerliche Bewertungsfragen andere Regeln beachten. Lagerstrategie und steuerliche Bestandsbewertung sind also nicht automatisch dasselbe.

Bei konkreten Fragen zu HGB, Steuerbilanz, Vorratsvermögen oder der Bewertung von Vermögensgegenständen sollten Unternehmen immer ihre Steuerberatung einbeziehen.

Für Lagerverantwortliche bleibt aber entscheidend: FIFO ist als praktische Methode zur Lagerorganisation weiterhin ein sehr wichtiges und häufig sinnvolles Prinzip.

Wie Unternehmen FIFO im Lager erfolgreich umsetzen

Praktische Voraussetzungen für FIFO

FIFO funktioniert im Alltag nur, wenn die Lagerstruktur die Methode unterstützt. Die beste Regel bringt wenig, wenn ältere Bestände verdeckt, schlecht erreichbar oder nicht eindeutig gekennzeichnet sind.

Der erste Schritt ist eine klare Lagerplatzstruktur. Jeder Artikel sollte einen definierten Platz oder eine nachvollziehbare Zone haben. Bei größeren Beständen können Chargen, Zugangsdatum oder Mindesthaltbarkeit zusätzlich gekennzeichnet werden. Je eindeutiger der Bestand aufgebaut ist, desto leichter können Mitarbeitende die richtige Reihenfolge einhalten.

Auch der Wareneingang muss sauber organisiert sein. Neue Ware sollte nicht dort abgestellt werden, wo sie ältere Ware blockiert.

Stattdessen braucht es feste Abläufe: prüfen, erfassen, kennzeichnen, einlagern.

Wenn diese Schritte zuverlässig erfolgen, wird FIFO im späteren Abgang deutlich einfacher.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entnahme. Mitarbeitende sollten auf einen Blick erkennen können, welche Produkte zuerst entnommen werden müssen. Das kann durch Beschriftung, Farbcodes, Lagerkennzeichnung, digitale Lagerverwaltung oder einfache visuelle Hinweise unterstützt werden.

Häufige Fehler bei der FIFO Anwendung

Typische Fehler bei der FIFO Anwendung sind:

  • neue Ware wird vor alte Ware gestellt

  • ältere Bestände sind schlecht erreichbar

  • Lagerplätze sind nicht eindeutig gekennzeichnet

  • Chargen oder Zugänge werden nicht sauber dokumentiert

  • Mitarbeitende kennen die Entnahmeregel nicht

  • das Regalsystem passt nicht zur gewünschten Verbrauchsfolge

  • Kontrollen des Lagerbestands finden zu selten statt

Lagerlösungen zur Umsetzung des FIFO Prinzips

Die passende Lagertechnik kann helfen, diese Fehler zu vermeiden. Durchlaufregale unterstützen FIFO besonders direkt, weil Ware von einer Seite eingelagert und von der anderen Seite entnommen wird. Dadurch ergibt sich die Reihenfolge fast automatisch.

Fachbodenregale eignen sich für kleinere Artikel, Behälter und manuelle Kommissionierung. Sie können FIFO gut unterstützen, wenn Fächer klar beschriftet sind und ältere Bestände sichtbar vorne platziert werden. Insbesondere Schrägbodenregale, die von der Rückseite befüllt werden, können hier eine sinnvolle Unterstützung sein, da durch die abgeschrägten Fachböden, neue Ware automatisch nach vorne rutscht und ungehindert entnommen werden kann.

Palettenregale eignen sich für größere Mengen und schwere Lasten. FIFO muss hier oft stärker über Lagerplatzverwaltung, Chargenlogik und klare Entnahmeregeln organisiert werden. Je nach Sortiment können auch Pick-Regale in den unteren Ebenen für die Komissionierung ergänzend sinnvoll sein.

Weitspannregale bieten sich für sperrigere Güter oder größere Verpackungseinheiten an. Auch hier entscheidet die Struktur darüber, ob FIFO praktikabel ist. Wenn Produkte nach Zugang, Charge oder Periode geordnet werden, kann die Methode auch bei größeren Lagergütern funktionieren.

Zusätzlich kann entsprechender Lagerbedarf, wie Lagerbehälter, Kisten, Packtische und innerbetriebliche Transportmittel und Lagerwagen, dazu beitragen, FIFO effizient umzusetzen.

Einen passenden Überblick über solche Grundausstattungen bietet unser Beitrag Lagerausstattung: 10 unverzichtbare Produkte für jedes Lager.

Es geht also bei der erfolgreichen Anwendung des FIFO Prinzips um das gesamte Zusammenspiel aus der richtigen Lagertechnik, Prozessen und täglicher Umsetzung.

Fazit: FIFO bringt Struktur, wenn Lagergut und Prozesse dazu passen

Das FIFO Prinzip ist einfach erklärt: First In First Out bedeutet, dass zuerst eingelagerte Güter auch zuerst wieder entnommen werden. Diese Methode hilft Unternehmen, ältere Bestände gezielt abzubauen und den Lagerbestand besser zu kontrollieren.

Besonders sinnvoll ist FIFO bei Produkten, die verderblich sind, altern, an Wert verlieren oder aus Gründen der Qualität und Nachverfolgbarkeit in einer festen Reihenfolge bewegt werden sollten. Die Vorteile liegen vor allem in besserer Warenrotation, mehr Übersicht, weniger Schwund und einer professionelleren Lagerhaltung. Gleichzeitig braucht FIFO klare Prozesse, passende Lagerplätze, gute Kennzeichnung und eine Regalstruktur, die den Zugriff auf ältere Bestände erleichtert.

FIFO ist deshalb keine reine Theorie. Es ist eine praktische Lagerstrategie, die nur dann gut funktioniert, wenn Methode, Lagergut und Einrichtung zusammenpassen. In manchen Fällen ist FEFO sinnvoller, etwa bei klaren Verfallsdaten. In anderen Fällen kann LIFO aus praktischen Gründen ausreichen.

Für Unternehmen lohnt es sich, die eigene Lagerhaltung regelmäßig zu prüfen. Denn eine passende Strategie entscheidet darüber, wie effizient ihr Lager arbeitet.

Warum Begra Lagertechnik ein kompetenter Partner für effiziente Lagerstrategien ist

Eine Lagerstrategie wie FIFO funktioniert nur dann zuverlässig, wenn sie zur Lagereinrichtung, zum Lagergut und zu den täglichen Arbeitsabläufen passt. Genau hier setzt Begra Lagertechnik an: Wir unterstützen Unternehmen dabei, Lagerflächen sicherer, strukturierter und effizienter zu gestalten.

Unser Sortiment umfasst Lagertechnik, Lagerregale und weiteres Zubehör für eine durchdachte Lagerorganisation. Dabei verbinden wir praktische Lagertechnik mit persönlicher Beratung, schneller Lieferung und einem klaren Blick auf Nachhaltigkeit, durch neue und gebrauchte Lagerlösungen.

Wenn Sie prüfen möchten, ob FIFO, LIFO, FEFO oder eine andere Lagerstrategie zu Ihrem Unternehmen passt, helfen wir Ihnen gerne mit einer unverbindlichen Beratung dabei, die passende Lösung für Ihre Anforderungen zu finden.

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf.

 

FAQ zum FIFO Prinzip

Was bedeutet FIFO einfach erklärt?

FIFO bedeutet First In First Out. Einfach erklärt heißt das: Die Produkte, die zuerst ins Lager kommen, werden auch zuerst wieder entnommen. So bleiben ältere Bestände nicht unnötig lange liegen.

Was ist ein Beispiel für das FIFO Prinzip?

Ein Beispiel ist die Lagerung von Getränken oder Lebensmitteln. Wird am Montag eine Lieferung eingelagert und am Mittwoch eine zweite Lieferung, wird bei der nächsten Entnahme zuerst die Ware vom Montag verwendet. Dadurch wird verhindert, dass ältere Produkte im Lager übersehen werden.

Wann ist FIFO sinnvoll?

FIFO ist sinnvoll, wenn Produkte altern, verderben, an Wert verlieren oder in einer bestimmten Reihenfolge verarbeitet werden müssen. Das betrifft zum Beispiel Lebensmittel, Kosmetik, Pharmaartikel, Verpackungsmaterialien, Ersatzteile, Saisonware oder Güter mit Chargenverfolgung.

Was ist der Unterschied zwischen FIFO und LIFO?

Beim FIFO Prinzip wird zuerst die Ware entnommen, die zuerst eingelagert wurde. Beim LIFO Prinzip ist es umgekehrt: Die zuletzt eingelagerte Ware wird zuerst entnommen. FIFO eignet sich besonders für alternde oder verderbliche Produkte. LIFO kann bei unempfindlichen Gütern sinnvoll sein, wenn die zuletzt eingelagerte Ware am einfachsten erreichbar ist.

Was ist der Unterschied zwischen FIFO und FEFO?

FIFO richtet sich nach dem Einlagerungsdatum. FEFO richtet sich nach dem Ablaufdatum. Bei FEFO wird also die Ware mit dem frühesten Verfallsdatum zuerst entnommen, auch wenn sie nicht als erstes eingelagert wurde. Für verderbliche Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum ist FEFO deshalb oft genauer als FIFO.

Ist FIFO steuerrechtlich erlaubt?

In der praktischen Lagerhaltung ist FIFO erlaubt und oft sinnvoll. Die Einschränkung betrifft die steuerliche Bewertung von Vorräten. Handelsrechtlich kann FIFO unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Steuerrechtlich ist in Deutschland für die Bewertung gleichartiger Vorräte grundsätzlich die LIFO Methode vorgesehen. Für verbindliche Fragen sollten Unternehmen ihre Steuerberatung einbeziehen.

Welche Regale eignen sich für FIFO?

Besonders gut eignen sich Durchlaufregale, weil Ware auf einer Seite eingelagert und auf der anderen Seite entnommen wird. FIFO kann aber auch mit Fachbodenregalen, Palettenregalen oder Weitspannregalen umgesetzt werden, wenn Lagerplätze, Kennzeichnung und Entnahmereihenfolge klar organisiert sind.

 

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