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Anfahrschutz für Regale: Vorschriften, Typen und die richtige Wahl

12. August 2026
Der richtige Anfahrschutz für jedes LagerregalDer richtige Anfahrschutz für jedes Lagerregal


Anfahrschutz für Regale: Welcher Regalschutz passt zu welchem Lagerbereich?

Anfahrschutz für Regale schützt Regalstützen, Stirnseiten und Durchfahrten vor Kollisionen mit Gabelstaplern, Hubwagen oder anderen Flurförderzeugen. Besonders bei Palettenregalen und stark befahrenen Lagerbereichen ist der passende Regalschutz wichtig, um Beschädigungen am Regal und Sicherheitsrisiken im Lager zu reduzieren. Entscheidend dabei ist, welche Lösung zur jeweiligen Gefahrenstelle passt.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl des richtigen Anfahrschutzes für Regale ankommt.

Was ist Anfahrschutz für Regale?

Anfahrschutz schützt Regale, Regalstützen, Ecken und Verkehrsbereiche vor Schäden durch Kollisionen mit Gabelstaplern, Hubwagen oder anderen Flurförderzeugen. Schon leichte Anfahrkontakte können problematisch werden, wenn tragende Regalbauteile beschädigt werden.

Die Begriffe Anfahrschutz, Rammschutz und Regalschutz werden oft ähnlich verwendet, bezeichnen aber teilweise unterschiedliche Lösungen. Entscheidend für die Auswahl sind die gefährdete Stelle, das Anfahrrisiko und die eingesetzten Fahrzeuge.

Wann ist ein Anfahrschutz am Regal erforderlich?

Anfahrschutz wird vor allem dort benötigt, wo Regale mit Flurförderzeugen be- und entladen werden. Besonders gefährdet sind Palettenregale, Schwerlastregale und andere Systeme mit Gabelstapler- oder Hubwagenverkehr.

Kritische Bereiche sind Regalenden, Ecken, Durchfahrten und stark frequentierte Fahrwege. Ursachen für Anfahrschäden sind häufig enge Verkehrswege, unübersichtliche Bereiche oder Rangierbewegungen. Der passende Regalschutz ist daher ein wichtiger Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts und in vielen Fällen sogar Vorschrift.

Wie Regalschäden entstehen und welche Maßnahmen zusätzlich helfen, zeigt der Begra-Ratgeber Regalschäden vermeiden.

Welche Vorschriften gelten für Anfahrschutz an Regalen?

Für Anfahrschutz an Regalen sind vor allem die DGUV Information 208-061 “Lagereinrichtungen und Ladungsträger", DGUV 208-043 „Sicherheit von Regalen“ und die DIN EN 15635 relevant. Demnach müssen Betreiber sicherstellen, dass Regale sicher genutzt, regelmäßig kontrolliert und vor vorhersehbaren Schäden geschützt werden.

Bei ortsfesten Regalen mit nicht leitliniengeführten Flurförderzeugen ist Anfahrschutz besonders an Eckbereichen und Durchfahrten erforderlich. Dazu zählen viele Lagerbereiche mit Gabelstaplern, Hubwagen oder anderen frei beweglichen Fahrzeugen.

Praktisch bedeutet das für vorgeschriebenen Anfahrschutz:

  • je nach zugrunde liegender Vorgabe mindestens 300 bis 400 mm hoch ausgeführt

  • für die zu erwartenden Belastungen ausreichend dimensioniert

  • mindestens auf eine Energieaufnahme von 400 J ausgelegt

  • nicht direkt mit dem Regal verbunden

  • gut sichtbar, häufig mit gelb-schwarzer Gefahrenkennzeichnung versehen

  • fest und passend zum Untergrund montiert

  • an gefährdeten Stellen wie Eckbereichen und Durchfahrten eingesetzt

Wichtig: Anfahrschutz reduziert das Risiko von Schäden, aber er verhindert nicht jede Beschädigung. Deshalb sollten Regale weiterhin regelmäßig kontrolliert und nach den geltenden Vorgaben geprüft werden.

Im Rahmen der Sichtprüfung sollte auch der Zustand des Regalschutzes betrachtet werden. Beschädigte Rammschutzecken, verbogene Pfosten oder gelöste Befestigungen können ein Hinweis auf wiederholte Anfahrkontakte sein. Solche Schäden sollten dokumentiert und behoben werden.

Weitere Informationen zur regelmäßigen Kontrolle und rechtlichen Einordnung bietet der Begra-Ratgeber Regalprüfung im Lager: Vorschriften, Ablauf und DIN EN 15635 erklärt.

Welche Arten von Anfahrschutz gibt es?

Anfahrschutz ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Gruppe verschiedener Schutzlösungen. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob eine einzelne Regalstütze, ein Regalende, eine Durchfahrt oder ein kompletter Fahrbereich geschützt werden soll.

Ständerschutz und Pfostenschutz für einzelne Regalstützen

Ständerschutz oder Pfostenschutz schützt einzelne Regalstützen vor Anfahrschäden. Er eignet sich besonders für Palettenregale, Schwerlastregale und Bereiche, in denen Gabelstapler nah am Regal arbeiten. Sinnvoll ist diese Lösung vor allem bei punktuellem Risiko, etwa an häufig angefahrenen Stützen oder schlecht einsehbaren Stellen.

Rammschutzecken für Regalenden und Eckbereiche

Rammschutzecken schützen exponierte Ecken und Stirnseiten von Regalanlagen. Diese Bereiche sind besonders anfällig, weil Fahrzeuge beim Einfahren, Wenden oder Rangieren seitlich gegen das Regal geraten können. Gerade bei Palettenregalen gehören Regalenden zu den wichtigsten Stellen für Regalanfahrschutz.

Rammschutzecken sind meist gut sichtbar gekennzeichnet und werden am Boden befestigt. Dadurch schützen sie den gefährdeten Bereich physisch und machen gleichzeitig auf die Gefahrenstelle aufmerksam.

Rammschutzpfosten für Durchfahrten, Verkehrswege und Infrastruktur

Rammschutzpfosten werden nicht nur direkt am Regal eingesetzt. Sie schützen auch Durchfahrten, Tore, Wände, Maschinen, Säulen, technische Anlagen oder andere gefährdete Bereiche im Lager. Rammschutzpfosten können auch helfen, Verkehrswege klarer zu strukturieren. Sie sind sinnvoll an Einfahrten, Kreuzungen, Engstellen, Rolltoren oder Bereichen mit hoher Staplerfrequenz.

Rammschutzplanken und Schutzbügel für längere Gefahrenbereiche

Rammschutzplanken und Schutzbügel eignen sich für längere Bereiche, in denen nicht nur ein einzelner Punkt, sondern eine ganze Zone geschützt werden soll. Das kann zum Beispiel entlang von Fahrwegen, vor Stirnseiten, an Wänden oder rund um technische Anlagen sinnvoll sein. Während ein einzelner Pfosten punktuell schützt, bilden Planken und Bügel eine klare Barriere.

Schutzprofile aus Kunststoff oder Stahl

Anfahrschutzprodukte können je nach Ausführung aus Stahl, Kunststoff oder anderen Materialien bestehen. Stahl wird häufig für stark beanspruchte Lagerbereiche eingesetzt, etwa bei Palettenregalen oder intensivem Staplerverkehr. Kunststofflösungen können je nach Produkt für leichtere Anfahrkontakte, Warnwirkung oder ergänzenden Schutz sinnvoll sein. 

Worauf sollte man bei der Auswahl von Regalschutz achten?

Die passende Schutzlösung hängt von mehreren Faktoren ab. Grundlage für die Auswahl sollte immer die konkrete Gefährdungsbeurteilung im Lager sein: Wo fahren Flurförderzeuge, welche Regale stehen exponiert, wo wird rangiert und an welchen Stellen treten bereits Schäden auf?

Ein Palettenregal kann zum Beispiel je nach Standort Ständerschutz, Rammschutzecken, Pfosten oder Planken brauchen.

Bei der Auswahl von Regalschutz sollten außerdem folgende Punkte geprüft werden:

  • Bedienung und Verkehr im Lager: Gabelstapler, Hubwagen und Kommissionierfahrzeuge verursachen unterschiedliche Risiken. Besonders relevant sind frei bewegliche, nicht leitliniengeführte Flurförderzeuge.

  • Gefährdete Stelle: Einzelne Regalstützen, Stirnseiten, Ecken, Durchfahrten und Fahrwege brauchen unterschiedliche Schutzprodukte.

  • Material und Ausführung: Form, Materialart (Kunststoff oder Stahl), Materialstärke, Sichtbarkeit und Gefahrenkennzeichnung in Gelb / Schwarz

  • Höhe und Abmessungen: Niedrige Anfahrschutzlösungen von 300-400 mm können für viele Standardbereiche ausreichen. In stark befahrenen oder besonders gefährdeten Bereichen können aber höhere Varianten von 800, 1000 oder 1200 mm sinnvoll sein, etwa wenn nicht nur der untere Stützenbereich geschützt werden soll.

  • Montage: Anfahrschutz muss stabil befestigt werden, mit geeignetem Abstand zum Regal und passend zum Untergrund. Entscheidend sind dabei Bodenbeschaffenheit, Befestigungsmaterial und die Montage nach Herstellerangaben.

  • Kontrolle: Beschädigte, verformte oder gelockerte Schutzelemente sollten regelmäßig geprüft und bei Bedarf ersetzt werden.

Welchen Anfahrschutz brauche ich für meine Lagerregale?

Die folgende Tabelle zeigt typische Lagersituationen und ordnet ihnen geeignete Anfahrschutzmaßnahmen zu.

Regalart / Lagersituation

Typisches Risiko

Passender Anfahrschutz

Schützt vor

Palettenregal mit Staplerverkehr & andere Schwerlastregale in befahrenen Bereichen

starkes Anfahrrisiko an Stützen, Ecken und Stirnseiten, hohe Lasten und mögliche Folgeschäden

Kombination aus Ständerschutz, Rammschutzecken, Rammschutzpfosten und ggf. Rammschutzplanken

Beschädigungen an tragenden Bauteilen, Regalstützen, Rahmen und Regalenden

Fachbodenregal ohne Staplerverkehr

geringes Anfahrrisiko, eher durch Hubwagen, Lagerwagen oder manuelle Nutzung

Schutzprofile und Kennzeichnung

leichten Anfahrkontakten und kleineren Beschädigungen

Weitspannregal mit Hubwagenverkehr

Anfahrrisiko an Stützen, Ecken und Regalenden

Pfostenschutz oder Rammschutzecken

Schäden an Regalstützen, Stirnseiten und unteren Regalbereichen

Regalenden und Stirnseiten

seitliche Kollisionen beim Einfahren, Wenden oder Rangieren

Rammschutzecken oder Regalanfahrschutz

seitlichen Anfahrschäden an exponierten Ecken und Stirnseiten

Durchfahrten und Verkehrswege

Kollisionen an Engstellen, Kreuzungen, Toren oder stark befahrenen Bereichen

Rammschutzpfosten, Schutzbügel oder Rammschutzplanken

Schäden an Regalen, Toren, Wänden, Maschinen, Säulen und Fahrwegrändern


Wichtig: Der Anfahrschutz darf in der Regel nicht direkt mit dem Regal verbunden sein. Er soll Aufprallenergie aufnehmen, ohne diese in die Regalstütze weiterzuleiten. Deshalb werden viele Lösungen am Boden befestigt und mit Abstand zum Regal montiert.

Für Palettenregale ist Rammschutz besonders wichtig, weil diese Regalsysteme häufig hohe Lasten aufnehmen und regelmäßig mit Gabelstaplern bedient werden. Schon Beschädigungen an einzelnen Stützen können die Sicherheit des Systems beeinträchtigen.

Bei Durchfahrten, Kreuzungen und Fahrwegen können ergänzend Bodenmarkierungen, Gefahrenkennzeichnung und klare Verkehrsregeln helfen, Kollisionen zu vermeiden.

Weitere allgemeine Maßnahmen zur Lagersicherheit behandelt der Begra-Ratgeber Sicherheit im Lager: Zehn wesentliche Sicherheitsregeln für eine sichere Arbeitsumgebung.

Häufige Fehler beim Einsatz von Anfahrschutz

Beim Einsatz von Anfahrschutz passieren in der Praxis häufig ähnliche Fehler. Viele davon lassen sich vermeiden, wenn der Lagerbereich vor dem Kauf genau betrachtet wird.

Häufige Fehler sind:

  • Zu leichte Schutzlösung: In Bereichen mit hohem Staplerverkehr reicht ein schwach ausgeführter Schutz oft nicht aus.

  • Stirnseiten vergessen: Nicht nur einzelne Stützpfeiler, sondern auch Regalenden, Ecken und Durchfahrten sollten geschützt werden.

  • Falsche Montage: Ein ungeeigneter Untergrund, falscher Abstand oder eine instabile Befestigung können die Schutzwirkung beeinträchtigen.

  • Beschädigten Rammschutz weiterverwenden: Stark verformte oder gelockerte Elemente sollten ersetzt werden, damit der Schutz dauerhaft funktioniert. 

  • Ursache nicht prüfen: Wenn derselbe Bereich immer wieder beschädigt wird, liegt das Problem oft auch an falschen Fahrwegen, Lagerlayout oder Verkehrsregeln.

Kosten und wirtschaftliche Vorteile von Anfahrschutz

Ein geeigneter Anfahrschutz ist eine vergleichsweise kleine Investition, kann aber helfen, deutlich höhere Folgekosten im Lager zu vermeiden. Je nach Ausführung und Schutzsystem liegen die Kosten häufig im niedrigen bis mittleren dreistelligen Eurobereich pro Schutzstelle. Selbst größere Schutzkonzepte bleiben meist günstiger als die Folgen eines schweren Unfalls.

Beschädigte Regalbauteile können hohe Kosten verursachen: Neben dem Austausch von Stützen oder Rahmen entstehen Aufwände durch Sperrungen, Reparaturen, Prüfungen und mögliche Betriebsunterbrechungen. Besonders kritisch wird es, wenn Schäden unentdeckt bleiben und Mitarbeiter gefährdet werden.

Auch Unfälle mit Personenschäden haben weitreichende Folgen. Ein passender Anfahrschutz hilft, Risiken zu reduzieren, Ausfallzeiten zu vermeiden und die Verfügbarkeit des Lagers langfristig zu sichern.

Fazit: Der richtige Anfahrschutz hängt vom Einsatzbereich ab

Es gibt keinen Rammschutz oder Anfahrschutz für jedes Regal. Einzelne Regalstützen, Stirnseiten, Durchfahrten und Fahrwege stellen unterschiedliche Anforderungen an den Regalschutz. Deshalb sollte die Auswahl immer vom konkreten Lagerbereich ausgehen.

Für einzelne Stützen eignen sich Ständerschutz oder Pfostenschutz. Für Regalenden und Ecken sind Rammschutzecken sinnvoll. Für Durchfahrten, Tore und stark befahrene Bereiche kommen Rammschutzpfosten, Schutzbügel oder Planken infrage. Besonders bei Palettenregalen mit Staplerverkehr ist eine robuste Lösung wichtig.

Wer Regale, Verkehrswege und gefährdete Stellen systematisch absichert, reduziert das Risiko für Anfahrschäden und schafft eine bessere Grundlage für sichere Lagereinrichtungen.

Begra Lagertechnik als Partner für passende Regalschutz-Lösungen

Durch die langjährige Erfahrung als Partner für Lagertechnik kennt Begra Lagertechnik die typischen Anforderungen und Herausforderungen in unterschiedlichen Lagerumgebungen. Die Auswahl des passenden Schutzsystems hängt nicht nur vom Produkt selbst ab, sondern auch von den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort: Regaltyp, Fahrweg, Fahrzeugart, Montageort und Anfahrrisiko müssen gemeinsam betrachtet werden. Diese Praxiserfahrung hilft dabei, Lösungen gezielt auf den jeweiligen Einsatzbereich abzustimmen.

Begra bietet verschiedene Sicherheitsartikel für Lager, Regalsysteme und Verkehrsbereiche. Dazu gehören Lösungen zum Anfahrschutz und viele ergänzende Produkte zur Absicherung gefährdeter Lagerzonen. Die Kombination aus Fachwissen, Erfahrung aus zahlreichen Projekten und einem Verständnis für die Abläufe in Lagern macht uns zu einem verlässlichen Ansprechpartner für die Absicherung von Lagereinrichtungen.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, geeignete Schutzmaßnahmen für die jeweilige Situation zu finden. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf.

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